Medien, Konsum und Freundschaft im Rampenlicht – Insektentheater begeistert Grundschüler
Am vergangenen Mittwoch, dem 13. Mai 2026, verwandelte die Sporthalle der Henri Arnaud Grundschule ein buntes Schauspiel in einen lebendigen Wald. Der Heidelberger Pädagoge und Musiker Frank Ströber führte zuerst gemeinsam mit den Erst und Zweitklässlern und im Anschluss mit den Dritt- und Viertklässlern ein Theatermärchen auf, das nicht nur für strahlende Gesichter, sondern auch für angeregte Gespräche über aktuelle Sozialthemen sorgte.
Die Erst- und Zweitklässler erzählten zusammen mit Frank Ströber die Geschichte von Kurt, dem leuchtenden Käfer, und Rita Raupe, die neu an der Insektenschule ankommt und zunächst von Kurt und seiner „Gang“ gemobbt wird. Durch einprägsame Lieder, Klanginstrumente und einfache Bewegungen (z. B. das Reiben der Fingernägel, um den Flügelschlag der Insekten zu imitieren) schlüpften die Kinder in die Rollen von Kurt, Rita, Victoria Motte und einer Schmetterlingsfee. Die Handlung gipfelte in einem überraschenden Gesinnungswandel des Käfers – ein klares Signal für Empathie, Konfliktlösung und die Kraft von Freundschaft.
Im zweiten Teil trat Bodo, der Kartoffelkäfer, in den Mittelpunkt für die Dritt- und Viertklässler. Auf seiner Geburtstagsfeier erschienen plötzlich zwei Wanderheuschrecken, die die brandneuen „elektronischen Hornissen Games“ anpriesen. Während Bodos Freunde sofort zu den glänzenden Konsolen griffen – sie hatten genug Taschengeld – blieb Bodo ohne Geld zurück, fühlte sich ausgegrenzt und überlegte sogar, die Spiele zu stehlen.
Durch diese Szene wurden zentrale Themen wie aggressive Werbung, Konsumzwang, Statussymbole, Neidgefühle, soziale Ausgrenzung, Suchtpotenzial digitaler Medien, Umgang mit Geld und Diebstahl thematisiert. Die Schmetterlingsfee aus der ersten Geschichte erschien erneut, um Bodo zu helfen: Die Freundin Victoria Motte teilte ihr Taschengeld, sodass Bodo nicht zu illegalen Mitteln greifen musste. Gemeinsam beschlossen die Kinder, die Hornissen Games beiseite zu legen und ein selbst erfundenes Wald Spiel mit Klanginstrumenten zu spielen.
Ein herzliches Dankeschön gilt Frank Ströber für die Anreise von Heidelberg nach Ötisheim und die professionelle Durchführung des Projekts. Auch ein großes Dankeschön an die Lehrkräfte, die die Lieder im Vorfeld einstudiert haben.